Samstag, 15. Oktober 2016

Buch-Rezension: Hochsensibel

Hochsensibel - Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten



Autor: Eliane Reichardt
Titel: Hochsensibel
Untertitel: Wie Sie Ihre Stärken erkennen und Ihr wirkliches Potenzial entfalten
Verlag: Irisiana Verlag
Erscheinungsdatum: Februar 2016
Seitenanzahl: 256
Genre: Sachbuch
Gelesen als: Taschenbuch
ISBN: 978-3424152937


Autorin
Eliane Reichardt wurde 1959 geboren und lebt in der Nähe von Münster, sie studierte Architektur, BWL und Psychologie. Selbst hochsensibel, hochbegabt und Synästhetin, arbeitet Frau Reichardt als freie Dozentin, Beraterin und Coach für Hochsensible und Hochbegabte. In ihrer Eigenschaft als Counselor unterstützt sie Unternehmen beim Umgang mit hochsensiblen Mitarbeitern.


Inhalt
Laut Schätzungen ist jeder siebte Mensch hochsensibel und nimmt die Welt um sich herum intensiver und detaillierter wahr als der Rest der Welt. Doch oft weiß er selbst nichts von seiner besonderen Veranlagung, die von anderen Menschen leider nur allzu oft als Schwäche gedeutet oder von Ärzten/Therapeuten gar als psychische Störung gewertet wird.
Dieses Buch erläutert das Phänomen Hochsensibilität ausführlich und beschreibt, in welcher Weise hochsensible Menschen Alltagssituationen wie Einkaufen, Schule oder Arbeit erleben. Auch Ausgehen und Feiern fühlt sich für sie anders an …
Wie können sie ihr Leben trotz oder gerade mit ihrer Hochsensibilität am besten meistern? Wie lässt sich Hochsensibilität aus einer vermeintlichen Schwäche in eine echte Stärke umwandeln? Und zu guter Letzt: Wie können Hochsensible das in ihnen schlummernde Potenzial erwecken und voll entfalten?


Erster Satz vom Vorwort
Schon in meiner Kindheit und Jugend kamen Freunde und Bekannte zu mir, die mir ihre Sorgen und Nöten erzählten und mir ihr Herz ausschütteten.


Schreibstil und Sprache
Die Sprache ist gut und verständlich und Fachbegriffe werden erklärt. Es ist auch bildlich alles sehr genau beschrieben. Am Schreibstil ist also nichts auszusetzen, außer dass hier und da etwas um den heißen Brei gesprochen wird. Ein weiterer Minuspunkt ist die schlechte Lesbarkeit. Die Schrift ist an sich schon lesbar. Allerdings besteht der Großteil des Buches aus Fließtext. Und für ein Sachbuch habe ich mir mehr Übersichtlichkeit und Lesbarkeit gewünscht.


Glaubwürdigkeit
Grundsätzlich ist sehr vieles gut beschrieben. Es gibt ein Haufen Erfahrungsberichte und Listen, aber mir fehlen oft Quellenangaben. Besonders auffallend ist es bei folgender Behauptung: "Beinahe jeder HSM träumt farbig." Mehr steht dazu nichts. Es wird nicht genauer erklärt oder beschrieben, woher dieser Faktum kommt. Daher habe ich es mal recherchiert und bin sehr oft auf auf Beiträge und Ratsgeberkolumnen gestoßen wo von dem amerikanischen Wissenschaftler Eric Schwitzgebel die Rede ist. Der sagt - einfach ausgedrückt, dass Menschen schwarz/weiß oder farbig träumen, wenn es entsprechend vorher visualisiert wurde. In einem Experiment mussten die Probanden beispielsweise eine Zeit lang eine Brille tragen, die ihre Umgebung orange aussehen ließ und entsprechend träumten sie orangefarbene Träume. Und auch Forenbeiträge spiegeln die Meinung der Leute wieder: Es gibt niemanden, der sagt, er träume nicht farbig. Als es noch s/w-Fernsehen gab, haben die Menschen auch s/w tagträumt, sagt Schwitzgebel. Und als das Farbfernsehen und Farbfilme erfunden wurden, haben die Leute wieder farbig geträumt. Von daher gehe ich seit diesem Satz mit gewisser Skepzis an das Buch heran.
Angeblich sind ca. 15 % der Weltbevölkerung hochsensibel. Mit dem Selbstest habe ich mich und ein paar andere Leute getestet und wir alle sind angeblich hochsensibel. Das kann ich mir kaum vorstellen. Zumal vieles in dem Test psychologisch normal für einen Menschen ist (zb. dass man sich beengt fühlt wenn man in der Bahn fremden Personen zu nahe kommt).

Dann gibt es die Behauptung, dass hochsensible Menschen zum Beispiel nicht gern mit dem Rücken zur Tür sitzen. Ich weiß, dass das bei jedem Menschen so ist. Das hat nichts mit Hochsensiblität zu tun, sondern mit Urinstinkten. Ich zumindest kenne niemanden, der gern an der Tür, an einem Eingang sitzt oder mit dem Rücken zum Geschehen. Dieses Verhalten ist vollkommen menschlich und hat rein gar nichts mit HS zu tun - meine Meinung. Die Autorin beschreibt es ja danach ganz gut -  es löst in uns Menschen Gefahr und Flucht/Kampf aus und ist ein Schutzvorgang der unbewusst abläuft. Das ist aber  - soweit ich informiert bin, bei allen Menschen so - genauso wie die Angst vor der Dunkelheit.
Oder die Tatsache, dass hochsensible Menschen ein Leben lang erlernen. Ist das nicht bei allen Menschen so, dass sie selbst mit 50 Jahren noch neues lernen und entdecken?? Dann steht da, dass HS ihre Hochsensiblität erst mit ihren eigenen Kindern erfahren. Aber ist das nicht immer so? Das hat doch eher etwas damit zu tun, dass Eltern sich auf die Kleinen entsprechend sensibel einstellen müssen und sich auch themenmäßig mit anderen Sachen konfrontiert sehen. Das hat nichts damit zu tun ob ein Mensch "hochsensibel" ist, sondern lediglich dass man menschlich auf sein eigenes Kind reagiert. Es ist logisch, dass man mit einem 5 jährigen Kind beispielsweise sensibler umgeht, als mit einem 25jährigen.



Fazit
Von diesem Buch bin ich schwer enttäuscht. Ich hatte mir mehr erhofft! Ich bin jemand, der viel hinterfragt, für vieles offen ist und sich für Psychologie interessiert.
Ich habe ja oben bereits erklärt, dass ich das Buch nur bedingt glaubwürdig finde. Sicherlich hat die Autorin einen bereiten Erfahrungsschatz und das, was im Buch beschrieben wird, ist sehr ausführlich und mit vielen Erfahrungsberichten hinterlegt, dennoch vermittelt sie mir, dass sie zu überzeugt von ihrer Sache ist und oft kam es mir beim Lesen vor, als wolle sie die Hochsensiblität und ihre Website (die sie wirklich sehr oft erwähnt!) vermarkten. Mir ist das Buch nicht objektiv genug geschrieben. Hier gehts nur um die von der Autorin gemachten Erfahrungen und ihr über die Jahre angeeignetes Wissen, das ich teilweise für fraglich halte. Erst wollte ich 3 Sterne geben, aber auf den letzten Metern war da so viel Unfug dabei, dass ich teilweise echt wütend geworden bin. Zb. das mit der Schule.



Bewertung









Donnerstag, 6. Oktober 2016

24 Fragen zum Buchbloggen

Auf Tobis Blog Lesestunden.de gibt es einen interessanten Beitrag übers Buchbloggen. Und zwar beschäftigt er sich mit der Frage: "Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?"
Dazu hat der anderen Buchbloggern Fragen gestellt und da möchte ich gern drauf antworten. Auch, um euch einen Einblick in mein Leben zu geben. Ich wünsche euch viel Spaß!


Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?
Wenn mir jemand ein Buch zum Rezensieren gibt, dann rezensiere ich es auch. Sollte es übelst schlecht sein, bespreche ich es mit dem Autoren. Mir ist es wichtig, was ich lese, zu bloggen, auch wenn es keine 4 oder 5 Sterne bekommt. Manche Bücher aus meinem SuB zum Beispiel blogge ich nicht, weil die schon älter sind oder jedermann sie kennt und sie ein Band einer Reihe sind (z.B. Das Lied von Eis und Feuer Band 4).

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?
Von anderen Blogs oder durch meinen Alltag.

Was willst du mit deinem Blog erreichen?
Damals habe ich den Blog für mich gegründet. Als "Tagebuch" könnte man sagen. Irgendwann wollte ich den Blog nutzen, um auf meine eigenen Bücher aufmerksam zu machen. Schon mal den ein oder anderen Leser auf meine kommenden Veröffentlichungen zu informieren, Hintergrundgeschichten dazu preiszugeben. Mittlerweile habe ich weniger Zeit zum Bloggen, schaffe keine 5 Beiträge mehr im Monat. Ich habe mich damit abgefunden, dass mein Blog nie so ein großer Bücherblog wird, wie es andere sind.

Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?
So viel Zeit, wie ich eben brauche. Ich habe keine Deadlines. Was ich regelm. gepostet habe, war jeden Dienstag ein Wochengedicht aus meiner Sammlung und 1x/ Monat ein Kapitel meines Onlineromans bis es beendet war. Heute poste ich alle 3 Monate einen Lesestatus. Alle anderen Beiträge sind ohne Deadline.

Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?
 1-3x /Monat. Kommt ganz drauf an, wie gut ich mit den Büchern durchkomme und was ich noch so zwischen den Rezis poste. Will ja nicht irgendwas posten.

Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?
Jein. Wie o. erwähnt poste ich jedes Quartal einen Lesestatus, in dem ich schreibe was ich und wie viel ich gelesen habe.

Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?
Lange Zeit nicht, da ich aufgrund vieler verschied. Arbeiten (Studium, Schreiben ect) tagsüber alles unter einen Hut bringen will, arbeite ich seit neustem mit einem "Stundenplan", wo u.a. Zeit fürs bloggen eingerichtet ist. Bisher konnte ich mich aber nur schwer dran halten, da meine Große zur Schule geht, jetzt schon 2x der Stundenplan bei ihr gewechselt hat (obwohl das Schuljahr erst vor 4 Wochen begonnen hat)  und sie auch noch nicht im Hort ist. Ich komme also nicht immer dazu, meinen eigenen Plan einzuhalten.

Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?
Ja, früher war das so, wo ich mehr als 3x/Woche gebloggt habe, dass die Beiträge schon fertig waren.

Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?
Planen tue ich ja. Mehr als das, mach ich aber nicht.

Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?
Direkt dort, wo ich sie veröffentlichen will.

Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?
 Da ich arbeiten gehe, einen Hund, Haushalt und 2 Kids habe, MUSS ich das splitten. ;-)

Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?
 Ja.

Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?
Im April 2015 hatte ich bereits meinen Arbeitsplatz in einem Beitrag vorgestellt. Er sieht mittlerweile ein wenig anders aus, da meine Große ihre Haushufgaben dort macht, aber ansonsten arbeite ich weithin genau dort.

Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?
Allein.

Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?
I.d.R. mache ich die Fotos selbst, nehme aber auch gern welche von Pixabay, die sind lizenzfrei. Ich investiere die Zeit in die Fotos, die sie eben brauchen.

Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?
Wie soll ich damit schon umgehen? Respektvoll. Ich bin selbst Autorin, daher weiß ich, was man für eine Arbeit hineinsteckt, und wie viel Zeit es kostet einen Roman zu schreiben und dann noch zu veröffendlichen. Bisherige Rückmeldungen der Autoren zu meinen Rezis war bisher immer positiv.

Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?
Sie sind mir sehr wichtig! Allerdings habe ich auch noch ein Leben außerhalb des Bloggeralltags und das hat 100% Vorrang. Wenn ich also mal ein Wochenende mit meinen Kindern verbringen will, muss das Bloggen eben mal warten. Leider habe ich auch nicht die Zeit an jeder Bloggeraktion teilzunehmen oder mich stundenlang durch andere Blogs zu lesen, um sie zu kommentieren. Das mache ich nur, wenn ich Zeit habe. Ich bin eben "nur" eine Teilzeitbloggerin.

Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?
 Ich muss zugeben, recht wenig.

Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?
Leseprobe, allgemeine Grunddaten über den Autor und natürlich Inhalt des Buches.

Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?
Einmal habe ich das bisher gemacht, da war ich von der Arbeit her so massig eingespannt, dass ich zu keinem Blogbeitrag gekommen wäre.

Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?
Nö. Ich blogge über das, was mich gerade interessiert.

Wie entscheidend ist für die die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?
Ganz egal ist mir das Erscheinungsjahr nicht. Ein Buch aus 2006 rezensiere ich nicht mehr. Es wird dennoch auf meinem Blog erwähnt. Entweder in Form einer Buchvorstellung oder es taucht im Lesestatus auf.