Freitag, 12. Juni 2015

(Kurzgeschichte) Seelenall

 Seit Oktober 2014 bin ich Fernstudentin an der Schule des Schreibens. Dort gab es einen Schreibwettbewerb für die Neuzugänge. Und "Seelenall" ist meine erste Kurzgeschichte, die ich eigens für diesen Wettbewerb geschrieben habe. Ich habe sie Dezember 2014 geschrieben und abgegeben. Leider habe ich nicht gewonnen. Aber das ist ok. Heute, ein halbes Jahr später, sehe ich meinen Fortschritt, denn ich würde inzwischen einiges anders schreiben.

Die Idee dieser Geschichte stammt aus meinem Traumtagebuch. Es ist ein Traum aus meiner Jugend. Das Jahr weiß ich leider nicht mehr. Ich habe die Geschichte etwas umgestaltet und ausgebaut, damit es auch zu einer Kurzgeschichte wird.

Viel Spaß beim Lesen!



Seelenall




Ich komme zu Bewusstsein. Ich sehe schwarzes vor mir und in der Ferne sehe ich Lichter. Was ist das hier für ein Ort? Ich habe einen Lichtschweif an mir. Leider ist das auch schon alles. Ich fliege mal los und schaue mich um. Es gibt hier kleine Planeten und Felsbrocken. Ich bin erstaunt wie wohl ich mich fühle und wie warm es ist. Als ob die Sonne auf meine Haut scheint. Nur dass es hier keine Sonne gibt und ich keine Haut habe. Woher weiß ich eigentlich wo ich lang muss? Ich weiß nicht mal was da vorne genau ist. Da kommt etwas von hinten auf mich zu. Folge deiner Bestimmung. Deine Seele weiß wohin sie muss. Komme nicht vom Weg ab. Bis zur Brutstätte ist es noch ein weiter Weg. Zack und schon ist das Licht weiter geflogen. Ich würde gerne an meinem Kopf kratzen. Das tue ich immer wenn ich verwirrt bin. Was sage ich da?
Es ist ein weiter Weg zur Brutstätte, hat das Licht gesagt. Erst will ich wissen was zum Geier das hier soll! Jetzt kann ich mich erinnern. Ich sehe Bildfetzen. Ich sehe wie ich mit meiner Tochter streite. Es wird dunkel und ich höre Schreie. Jetzt kommen die Bilder wie kurze heftige Blitze. Da ist eine Autohaube, die auf der Straße liegt. Im nächsten Moment sehe ich auf der Beifahrerseite meine Tochter. Wir hängen beide kopfüber. Jetzt hören die Erinnerungen auf. Ob sie auch hier ist? Ich muss sie finden. Aber ich muss auch zur Brutstätte, das spüre ich deutlich. Doch ich muss wissen was mit meiner Tochter passiert ist. Ich weiß nicht wie lange ich schon hier bin oder wie lange ich schon fliege. Ich sehe Sterne und Lichter. Langsam fühle ich die Weite. Sie ist bedrückend und einsam. Wo ist das Licht der Brutstätte? Und meine Frage nach meiner Tochter ist auch nicht beantwortet. Ich sollte lieber wieder zurück. Was mach ich nur? Soll ich es wagen und mich an einen Felsbrocken dran hängen? Manche scheinen wie Asteroiden herum zu fliegen. Ok, ich fliege mal auf den da zu, der ist relativ klein. Ich versuche in seine Umlaufbahn zu gelangen und dort zu bleiben bis ich wieder ein Gespür für die Brutstätte bekomme. Lange umkreise ich den Felsbrocken. Ich weiß nicht wie lange ich das nun schon tue. Jetzt … da … da ist es, ich kann es sehen! Irgendwie habe ich schon wieder alles vergessen was ich wusste. Das muss an diesem Ort hier liegen. Ich versuche mit aller Kraft mich von der Anziehungskraft zu lösen. Wenn ich schwitzen würde, würde ich es jetzt tun. Ich komme dem Licht näher und jetzt erkenne ich die Brutstätte. Es ist eine riesige Wolke mit weißen und grauen und blauen Energiefeldern. Auf der linken Seite bilden sich tropfenförmige greller Lichter die sich in sich selbst bewegen, wie Rauch der seine Bahnen zieht, weil Luft ihn herum wirbelt. Es fühlt sich richtig an. Ich bin freudig erregt und mit jedem Zentimeter den ich der Brutstätte näher komme, umso wärmer wird es, wie bei einer Rotlichtlampe. Gleich werde ich hinein fliegen. Was wird dann passieren? Ach, was hab ich zu verlieren? Los geht’s!

Ich mache die Augen auf. Es sind meine richtigen Augen, aber es ist trotzdem dunkel und immer noch warm. Es ist noch schwer die Augen zu öffnen, aber ich schaffe es. Geborgenheit und Sicherheit überkommen mich. Ich sehe eine lange dicke Schnur, sie ist blau und scheint zu schweben. Nein warte, sie schwimmt. Ich höre Geräusche, sie sind relativ laut. Aber sie geben mir ein Gefühl von Vertrautheit. Ein schlagendes Herz, nein zwei. Langsam schließen sich meine Augen wieder und ich falle in einen Schlaf. Mama, denke ich mir, bevor ich das Bewusstsein verliere. Bevor ich mich verliere und mit meinem neuen Körper verschmelze.

Kommentare:

  1. Warum werden hier sachliche Kommentare gelöscht?

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    1. Weil es hier keine "guck mal über meinen Text drüber und sag mir was ich falsch gemacht habe"-Beiträge sind und du, wie in dem anderen Beitrag auch, scheinbar totale Langeweile hast. Entschuldige dass ich diese Kommentare lösche, aber wie ich schon drüben geschrieben habe, kannst du dich über Pm oder Mail an mich wenden, wenn du derartige Korrekturen an meinen Texten vornimmst. Wenn du Lust hast Texte zu korrigieren, frag mich doch einfach. Ich habe regelm. Texte die gegen gelesen werden müssen. ;-)
      Höflich ist das nämlich nicht, wenn du (auch noch anonym, vor Angst, ich könnte dich erkennen) durch das Internet geisterst und in den Kommentaren einfach nur dein Besserwissen niederschreibst.

      Grüße

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    2. Der Literaturbetrieb ist die reinste Schlangengrube. Es wird wenig verdient, dafür aber umso heftiger verrissen. Wie willst du darin bestehen, wenn du nicht mal gelassen auf sachliche Hinweise zu einem Blogbeitrag reagieren kannst?

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  2. Das ist aber schlechter Stil, und oh, da schließt sich ja der Kreis.

    Herzlichst, David
    PS: Wie ich schon drüben geschrieben habe, weiß ich nicht, wo ich dir eine PM schicken kann.

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  3. Lieber David,
    du kannst mit mir in Kontakt treten über
    E-mail(im Impressum), Facebook, google+, Lovey Books.

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  4. Ich hatte dir damals schon im Forum gesagt, dass die Geschichte nicht mein Ding ist...ich finde sie ist keine Runde Sache. Die Frage, was mit der Tochter passiert ist und wie schnell diese "vergessen" ist. Aber wie du schon sagst, ein frühes Stück von dir.

    LG, Sens

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    1. Hallo Sens,
      Es ist eine Kurzgeschichte. Nicht alles muss erklärt und aufgeklärt werden. Eine Kurzgeschichte steigt direkt in eine Handlung ein und bewegt sich geradlinig auf das Ende zu. Wie schon gesagt, es ist meine aller erste Kurzgeschichte, ganz am Anfang meines Studiums.

      Zur Erklärung: Die Frau vergisst irgendwann ihre Tochter, weil das Seelenall es sie vergessen lässt, sie kann sich dagegen gar nicht wehren. Immerhin ist es die Geburtsstätte der Seelen. Dort werden sie auf ein neues Leben vorprogrammiert. Da gehört es dazu, dass man sein altes Leben vergisst. Das war der Hintergedanke.
      Die Idee kam mir, als ich mich erinnerte: Ich gehe manchmal ohne Einkaufszettel in den Supermarkt. Ich bin durch die Tür durch und für einen kurzen Moment weiß ich nicht was ich holen wollte. So in etwa ist es für die Frau auch. Irgendwann wird es ihr gleichgültig, auf positive Art meine ich, weil ihre Seele schon damit beschäftigt ist, sich auf das Leben als Baby im Bauch vorzubereiten. Das Baby im Bauch öffnet kurz die Augen, und die wenigen Fetzen der Seele der Frau sind noch vorhanden(Ein echo könnte man sagen) und das Baby schließt die Augen und die Seele ist umprogrammiert.


      Inzwischen habe ich auch die Studienhefte zum Thema Kurzgeschichte durch und habe ein paar mehr Kurzgeschichten inzw. geschrieben um heute zu wissen, was ich hätte anders schreiben können. ;-) Hey, es sind meine Anfänge.

      Grüße

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    2. Vom Seelenall zum Supermarkt, quasi. So würde ich mein Buch nennen.

      LG

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  5. Sens: Danke für die Erklärung, ich glaube, ich hätte die Emotionen der Mutter weiter ausgearbeitet. Bin aber gespannt auf weitere Geschichten.

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