Montag, 11. Mai 2015

Buch-Rezension: TRAU KEINEM, DER DEIN BESTES WILL!

TRAU KEINEM, DER DEIN BESTES WILL!

 

Autor: Dörte Thieme
Titel: TRAU KEINEM, DER DEIN BESTES WILL!  
Untertitel: Emotionale Erpressung erkennen - durchschauen -beenden
Verlag: Tredition (Self-Publishing)
Seitenanzahl: 332  
gelesen als: Print, Taschenbuch 
ISBN:  978-3732311880



Inhalt
Der Titel des Buches sagt schon sehr provokatives aus. "Trau keinem, der der Bestes will". Und darum geht es in diesem Buch auch. Eltern die einfach nur das Beste für ihre Kinder wollten, aber gar nicht bemerken dass sie Schaden anrichten. Es geht um emotionale Erpressung seitens der Eltern und wie ihre Kinder darauf reagieren - sowohl als schutzloses Kind, wie auch als Erwachsene. Eifersucht, Verlustängste, Kränkungen, Demütigungen und emotionale Bloßstellung und Schuldgefühle werden von den Eltern bewusst wie auch unbewusst auf die Kinder ausgeübt. Frau Thieme beschreibt in ihrem Buch den "blinden Fleck", der anstelle von Kindheitserinnerungen oder negativen Gefühlen steht, nicht selten eine Illusion, wenn jemand, der Gewalt rechtfertigt, sagt "Mir hat das auch nicht geschadet". Sie erklärt in den Buch, was heutige Erwachsene für Probleme aufweisen, wenn sie in ihrer Kindheit emotionaler Erpressung ausgeliefert waren. Dazu gibt sie einige reale Fallbeispiele an. Zum Beispiel wie Liebesenzug als Strafe eingesetzt, in der Kindheit bei dem späteren Erwachsenen zu starker Eifersucht und Verlustängsten führt. Sie beschreibt anhand von einfachen Beispielen, wie sich das Gewissen und die Schuldgefühle bei einem Kind entwickelt und wie sich das bei einem Erwachsenen später äußert. Interessant ist die Beschreibung der jeweiligen Kinder. Zum Beispiel das zurückgezogene, einsame Kind von egoistischen Eltern. Das selbst zweifelnde Kind von ehrgeizigen Eltern oder das demütige Kind der überfürsorglichen Eltern. Es werden die vier Erpresser-Typen erläutert und in Fallbeispielen nähergebracht, die die emotionale Erpressung ganz bewusst oder auch vollkommen unbewusst auf das Kind ausüben. Außerdem gibt sie Anhaltspunkte wie man sich seiner Opferrolle bewusst wird und dem Erpresser sein Spiel verderben kann. Am Ende des Buches findet sich noch mal alles Gesagte in einem knappen Überblick.



Erster Satz
Trau keinen, der dein Bestes will! Es könnte sein, dass er sein eigenes meint - und du merkst es gar nicht.



Cover
Das Cover zeigt recht eindeutig dass es um Gewalt geht. Und im Buch auf den ersten Seiten wird man auch verstehen warum eine Hand auf dem Cover zu sehen ist: es geht um den "langen Arm der Erziehung". Sehr gut durchdachtes Cover, gefällt mir.



Schreibstiel und Sprache
Das Buch ist trotz des Themas relativ einfach zu lesen. Im Laufe des Buches kann es allerdings etwas langatmig werden, weil einiges stetig wiederholt wird und die Grundstimmung immer etwas dramatisches hat.
Schade finde ich dass Fallbeispiel 1 und 2 im Buch sich stark ähneln, weil es dort um einen Erwachsenen geht, dem früher in der Kindheit mit dem Tod eines Elternteils gedrohte. Bei dem ersten Fall geht es um den Vater und bei dem zweiten Fall geht es um die Mutter. Ich hätte mir ein anderes Beispiel an dieser Stelle gewünscht.



Ganz persönliche Meinung und Fazit
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Ich interessiere mich ja sowieso schon für psychologische Dinge und pädagogische Lektüre. Ich kann das Buch wärmsten Empfehlen. Gerade die, die mit sich hadern, mit sich und ihrem schlechten Gewissen. Ich habe mich und einige meiner nahestehenden Personen jedenfalls in dem Buch wiedergefunden. Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen und das Buch kann verhelfen sich seiner Lage bewusst zu werden ggf. Kraft daraus zu schöpfen. Aber auch für Hintergrundwissen ist das Buch zu empfehlen. Die Fallbeispiele sind gut und aus dem realen Leben. Besonders berührt hat mich der Fall des Mädchens nach der Trennung der Eltern.





Bewertung



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