Freitag, 10. April 2015

Buch-Rezension: Blackout - Morgen ist es zu spät

Blackout - Morgen ist es zu spät

Autor: Marc Elsberg
Titel: Blackout
Untertitel: Morgen ist es zu spät
Verlag: Blanvalet
Seitenanzahl: 800
gelesen als: Print, Taschenbuch
ISBN: 978-3442380299


Inhalt
Was passiert wenn Toiletten nicht funktionieren, wenn kein fließend Wasser mehr vorhanden ist? Was passiert, wenn Nahrung in den Supermärkten nicht mehr gekühlt werden kann und Kühle mit den Melkmaschinen nicht gemolken werden können, Tiere im Winter erfrieren? Was passiert mit den chronisch kranken Menschen und schwer verletzten in Krankenhäusern, wenn die Ärzte nicht zur Arbeit gelangen und die Instrumente und Geräte nicht funktionieren? Ganz zu schweigen vom heißen Kaffee und der Scheibe Toast und dem Glas frischer Milch am Frühstückstisch? Was ist wenn Seuchen ausbrechen und Menschen randalieren und gewalttätig werden weil sie das letzte noch nicht vergammelte Schweinefleisch haben wollen? Schweden, Norwegen, Finnland, Italien, Schweiz - alles zappenduster. Teile von Dänemark, Deutschland, Frankreich, Österreich, Slowenien, Kroatien und Serbien, ebenfalls alles dunkel. Nach circa einer dreiviertel Stunde war fast das gesamte europäische Stromnetz zusammengebrochen. Ein totaler Blackout. Piero Manzano, ein italienischer Informatiker, entdeckt in seinem Stromzähler Daheim, dass da etwas ganz gewaltig schief läuft. Er versucht die Behörden zu warnen. Erst gelingt es ihm nicht, doch dann wird er angehört. Er soll nun auch mit helfen das alles aufzuklären. Doch aus irgend einem Grund, wird nun Manzano unweigerlich mit hinein gezogen und gerät ins Visier der Ermittler. Nun lernt er seinen Luxus zu schätzen, den er die letzten Tage im Hotel genießen durfte. Warmes Wasser, etwas zu essen und ein wohlig weiches, warmes Bett - manchmal. All dass fehlt nun auf seiner Flucht vor den Behörden. Die Menschen, die nun seit einer Woche ohne Strom sind, fallen in Panik aus und vorbei ist es mit der Solidarität. Ein Wettrennen gegen die Zeit hat begonnen, denn schon längst hat der Stromausfall die Kernkraftwerke erreicht. Dann passiert das Unfassbare: Der Blackout betrifft nicht nur Europa!
Manzano gibt nicht auf, denn er hat eine heiße Spur entdeckt. Der Feind wurde personalisiert. Jetzt kann aufgeräumt werden. Das Ende der Story ist gut geworden. Handlungen und Konflikte werden in dem Buch wunderbar aufgelöst.




Erster Satz
Wie ein Verrückter riss Piero Manzano das Lenkrad herum, während die Kühlerhaube seines Alfa unbeirrt auf den blassgrünen Wagen vor ihm zuglitt.



Cover
Kräftig, ausdrucksstark und allessagend. Man sieht sofort durch das An-/Aussymbol im "O", dass es sich um etwas handeln muss, das mit Strom betrieben wird. Der treffende Titel "blackout" deutet ganz sicher auf einen Ausfall des Gerätes hin. Es ist also halbwegs klar, dass es in diesem Buch um etwas Modernes oder gar Vernetztes geht.




Schreibstil und Sprache
Der Stil ist gut. Der Inhalt des Buches ist sehr genau recherchiert und viele Dinge beruhen auf echten realen Fakten. Es ist schwierig zu wissen was Fakt und was Fiktion ist. Jemand der absolut keine Ahnung vom Strom und der Vernetzung Europas hat, der wird hier auch noch sehr gut belehrt. Es ist alles verständig beschrieben, erklärt und sachlich dargestellt, dass auch jemand wie ich, der gar keine Ahnung von dieser Materie hat, das versteht und nachvollziehen kann. Der Sprachrhythmus ist angenehm und stilsicher.




Ganz persönliche Meinung und Fazit:
Zunächst war ich nicht besonders angetan von dem Buch. Es handelte in der Gegenwart und schien viel mit IT und Strom zu tun zu haben. Also, nichts was mich normalerweise ansprechen würde. Ich kaufte es ursprünglich für meinen Mann, aber dann habe ich das Buch angefangen selbst zu lesen und konnte es nicht aus der Hand legen.
Mir ist erst durch dieses Buch klar geworden, wie abhängig der Mensch heute bereits von der Technik ist und was das für ein fatales Ausmaß nehmen kann, wenn so ein Blackout bei uns eintreten könnte. Besonders die Verfolgungsjagd und die Szenen im Krankenhaus nachdem Manzano angeschossen wurde, hat mich sehr berührt und auch sehr gefesselt! Ich würde fast sagen, dass es die beste Szene ist, die ich bisher in einem Buch gelesen habe. Ebenso die Szene im Gefängnis.
Das Buch ist auf jeden Fall zu empfehlen.
Mängel sind mir jetzt nicht aufgefallen. Die Story ist schon sehr gut und stimmig. 800 Seiten sind jedoch echt viel. Da muss man schon eine Menge Geduld und Ausdauer mitbringen! Allerdings muss ich sagen, dass in meiner Ausgabe (die 13.), einige Tippfehler vorhanden sind. Ich habe mindestens 4 Stück auf den ersten 300 Seiten gezählt. Das ist nicht viel. Aber ich wollte es dennoch kurz ansprechen. Das Auffälligste war der "Sch(w)einwerfer".
Insgesamt ein sehr geniales Buch das ich jedem weiter empfehlen kann, auch wenn er keine Ahnung von IT, Stromnetzen und Europa hat.



Bewertung:



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